„Zerstörerische Dynamik des etablierten Journalismus“ nennt Glenn Greenwald in seinem kürzlich erschienenen Buch „Die globale Überwachung“ die Praktiken der großen Medienorganisationen, die es ihm fast unmöglich gemacht hätten, seine Recherchen und Artikel zum NSA-Skandal auf Grundlage der ihm von Edward Snowden bereitgestellten Dokumente zu veröffentlichen. Denn der Guardian drohte kurz vor der Veröffentlichung einzuknicken und wollte sich aufgrund der Brisanz der Dokumente lieber mit der US-Regierung konsultieren.

Eine eigentlich unabhängige Zeitung will ihre Veröffentlichungen von der Politik autorisieren lassen? Wo doch die Medien die Wächter über Politik und Demokratie sein sollen? Greenwald wollte alternativ seine investigativen Artikel auf einer eigens dafür zu schaffenden Webseite veröffentlichen. Doch hätten die Enthüllungen dann noch die gleiche Schlagkraft gehabt? Hätten sie die gleiche Aufmerksamkeit erzeugt und zur gleichen Skandalisierung geführt? Darüber lässt sich zumindest streiten.

Ohne Medienfreiheit keine Aufklärung der Bürger!

Unabhängige Medien haben die Aufgabe, die Bürger zu informieren und als sogenannte „Vierte Gewalt“ Politik und Wirtschaft zu „kontrollieren“. Geraten aber die Medien unter wirtschaftlichen Druck oder sind Medienaufsichtsgremien zu politiknah, dann verlieren die Medien ihre Unabhängigkeit, es ist keine Medienfreiheit mehr gewährleistet und die Medien kommen nicht mehr ihrer Aufklärungsfunktion nach.

In ihrem Artikel im Cicero „Kämpft mit Glenn Greenwald für Medienpluralismus“ führt uns Petra Sorge diesen Zusammenhang deutlich vor Augen.

Greenwald prangert in seinem Buch die den Zustand der Pressefreiheit und der Medienfreiheit in den USA an, aber diese Grundrechte geraten auch in den EU-Staaten zunehmend unter Druck, wie die beinahe geplatzte Veröffentlich der NSA-Dokumente, aber auch die Ereignisse nach der dann doch erfolgten Veröffentlichung der Snowden-Dokumente (die Durchsuchung der Guardian-Redaktion und die Beschlagnahmung und Zerstörung von Dokumenten) zeigen.

Ohne Medienpluralismus und Medienfreiheit hätte es keinen NSA-Skandal dieser Tragweite gegeben

Der Bericht Greenwalds über seine Odyssee, die schließlich zum NSA-Skandal führte, macht deutlich wie sehr freie und unabhängige Medien, unabhängig von Politik und Wirtschaft, in einer gesunden Demokratie gebraucht werden. Da diese Grundrechte aber in vielen EU-Staaten nicht mehr oder nicht mehr vollständig gewährleistet werden, müssen wir etwas unternehmen, um die Aufklärung der Bürger und damit die Sicherung der Demokratie auch in Zukunft sicherzustellen.

Es ist aber kurz vor Zwölf! Wir müssen schnell handeln!

Deshalb informiert der Cicero seine Leser auch über die EU-Bürgerinitiative für Medienpluralismus und ruft zum Unterschreiben und zur Verbreitung der Initiative auf sozialen Netzwerken auf.

Denn, so schreibt Petra Sorge, nun sind auch die Bürger gefragt, ihr Recht auf Information zu verteidigen.

Verteidigt Euer Recht auf Information und unterschreibt gleich hier die EU-Bürgerinitiative für Medienfreiheit und Medienvielfalt!